Pressemitteilung - Das Ilmenauer Modell lebt, dank eines parteiunabhängigen Kandidaten

Es gleicht schon einer Mantra, wie in den vergangenen Tagen das Ende des gelobten Ilmenauer Modells beschworen wird. Grund dieser Kassandrarufe ist die Nominierung eines parteilosen Kandidaten für das Amt des künftigen Oberbürgermeisters der Stadt. Folgt man nun konsequent den Ausführungen der Besorgten, so bestand doch die Stärke des erwähnten Modells darin, überparteilich, wenn auch nur mitunter, für die Interessen der Stadt zu streiten. Wer aber könnte dies besser, als ein nicht an eine Partei angebundener Kandidat. Auf die Bildung eines konservativen Lagers mit einem Bewerber der CDU antworteten Teile der Bürgerschaft Ilmenaus ihrerseits mit einem Wahlbündnis für Ilmenau um einen unabhängigen Mitbewerber für das Amt des Oberbürgermeisters. Dass dieser Vorschlag auf hohes Interesse der Ilmenauer Bürgerinnen und Bürger stieß zeigt sich darin, dass die Nominierungsversammlung von 25, nicht wahlberechtigten, Gästen besucht wurde. So gesehen ist das Gerede vom Ende der Zusammenarbeit und der Vorwurf aus parteipolitischen Interessen diese aufkündigen zu wollen völlig aus der Luft gegriffen und unhaltbar. Im Übrigen, wie sähe dann eine Wahl nach Sicht, des CDU Stadtverbandes aus, der Hauptträger der Kritik an dem Wahlbündnis für Ilmenau ist? Sollte sich nur ein Kandidat zur Wahl stellen? Wenn sich alle Parteien und Wahlvereinigungen auf einenüberparteilichen Bewerber geeinigt hätten wären solche Gedankenspiele nicht von der Hand zu weisen. Leider war dem nicht so. Offensichtlich herrscht der Gedanke vor, dass ein funktionierendes Ilmenauer Modell nur in einer bestimmten Konstellation möglich sei, unter Führerschaft der CDU. Letztlich sprechen Diskussionen und Abstimmungsverhalten im Landtag, besonders aber auch im Kreistag dafür dasseine funktionierende Zusammenarbeit, wie beschworen, mit einerCDU-Fraktion in Opposition nicht tragfähig ist.Gehen wir dem Gedanken eines Ilmenauer Modells auf den Grund, also konstruktive Vorschläge zum Wohle der Stadt finden Berücksichtigung, der Stadtrat bemüht sich in wesentlichen Dingen überparteilich und sachorientiert zu agieren, so sollten wir dies nicht nur in diesem Gremium praktizieren. Der Schwerpunkt kommunalen Tuns sollte darauf gerichtet sein dieses Modell gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern umzusetzen. Damit würden das Befremden des CDU Stadtvorstandes darüber, dass Bürgernähe und eine Politik für die Menschen in Ilmenau von den Mitgliedern des Wahlbündnisses für Ilmenau eingefordert werden aufgehoben werden. Befremdlich wäre tatsächlich, fragtenKommunalpolitiker nicht wieder und wieder: nehmen wir die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst, lassen wir sie ihre Stadt mitgestalten? Was also ist am Programm des Wahlbündnisses für Ilmenau so furchterregend für den Stadtvorstand der CDU, dass gleich davon gesprochen wird eine künftige gemeinsame Zusammenarbeit werde aufs Spiel gesetzt? Beide Wahlbündnisse sollten versuchen, mit guten Konzepten die Bürgerinnen und Bürger für sich zu gewinnen und um die besten Ideen für Ilmenau zu wetteifern. Letztendlich entscheiden diese mit ihrer Stimme wer ihre Interesse besser vertritt: ein Kandidat einer Partei oder ein unabhängiger Politiker und Wissenschaftler.

 

Karl-Heinz Mitzschke, Sprecher der Linken im Wahlbündnis für Ilmenau